Schumann bleibt! Leipzig blickt seit jeher auf eine reiche Geschichte der Widerständigkeit gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Vom bürgerlichen Revolutionär Robert Blum, über den sozialistischen Denker Karl Liebknecht bis hin zu dem verdienten Antifaschisten Georg Schumann. Viele Generationen wurden durch die großen Persönlichkeiten in ihrem Denken und Handeln inspiriert und geprägt. Ihre Namen sind zutiefst mit den Leipzigern verwachsen und aus ihrem Alltag nicht wegzudenken. Umso schockierender ist daher die Nachricht, dass sich beim Umzug der Georg-Schumann-Schule seines Namens entledigt werden soll. Georg Schumann war eine der bedeutendsten Figuren der Leipziger Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Deutschlands (auch bekannt als Schumann-Engert-Kresse Gruppe) gegen den deutschen Faschismus und seine todbringende Politik. Die Gruppe um Schumann hielt dabei in unzählige Betriebe, sowie Arbeits- und Konzentrationslager Kontakte zu anderen widerständigen Personen und Grup...
Zu William Zipperers Büchersammlung Anfang 1933 hatte sich Deutschland innerhalb weniger Wochen dramatisch verändert. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar begann das NS-Regime mit dem systematischen Abbau demokratischer Rechte. Die sogenannte Reichstagsbrandverordnung setzte am 28. Februar zentrale Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsrecht außer Kraft – ein permanenter Ausnahmezustand, der den Weg für Verhaftungen, Zensur und politische Verfolgung ebnete. Besonders massiv traf dies Kommunistinnen und Kommunisten. Noch vor der Reichstagswahl am 5. März 1933 wurden tausende KPD-Mitglieder verhaftet, Parteibüros durchsucht und politische Schriften beschlagnahmt. Der Vorsitzende der Partei, Ernst Thälmann, wurde bereits am 3. März festgenommen. Am 8. März erklärte der Reichstag alle 81 KPD-Mandate für erloschen – damit war die Partei de facto aus dem Parlament ausgeschlossen. Gleichzeitig begann die Verfolgung kommunistischer und linker Betriebsräte, Jugen...
Die Stadtgeschichte Leipzigs ist voller Spuren der revolutionären Arbeiterbewegung. Nicht nur Vordenker wie Zetkin, Bebel und die Liebknechts wirkten hier, auch eine der größten und aktivsten Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime - die Schumann-Engert-Kresse-Gruppe - war in Leipzig aktiv. Besonders auf dem Südfriedhof sammeln sich Gedenkorte, anhand derer wir die Geschichte des roten Leipzigs nachvollziehen können. Im Rahmen der kritischen Einführungswochen der Uni Leipzig (KEW) laden wir euch daher auf einen Streifzug durch die revolutionäre Vergangenheit der Stadt ein und wollen euch unser Projekt "Rotes Leipzig" Vorstellen. Am Donnerstag, den 12. Oktober ab 16:30 Uhr Der Rundgang wird zirka 90 Minuten dauern. Treffpunkt ist der Seiteneingang des Südfriedhof, gegenüber der Strassenbahnhaltestelle "Südfriedhof" (erreichbar mit der Straßenbahn 15, ab Hauptbahnhof, oder Augustusplatz). Wir freuen uns auf euch!